Wohngruppe für Jugendliche

2016 wuchs das Angebot der Diakonie – die stationäre Jugendhilfe wurde durch die „Jugendwohngruppe Rehme“ eröffnet. Auslöser war der Bedarf, flüchtende Jugendliche aufzunehmen und zu helfen, wodurch zunächst eine Wohngruppe mit sieben Plätzen entstand. Das Projekt ist dem Tochterunternehmen „Gemeinnützige Pflege des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Vlotho gGmbH“ zugeordnet. 

Insgesamt hat sich diese Gruppe im Laufe der Jahre weiter entwickelt. Seit dem 1. Februar 2019 sind die Türen der allgemeinen stationären Jugendhilfe nach SGBVIII §§ 27, 34, 35a und 41 geöffnet! 

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 21 Jahren, denen an ihrem aktuellen Wohnort keine positive Entwicklung mehr vermittelt werden kann. Mit ihnen wird erarbeitet, dass sie ihr Leben eigenverantwortlich und gesellschaftsfähig gestalten. Die Kinder und Jugendlichen sollen erkennen, dass sie eine individuelle, realitätsbezogene Lebensperspektive aufbauen können. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, den Einzug in die Wohngruppe als „Neustart“ zu betrachten, der ihnen hilft, alte Verhaltensmuster abzulegen und offen zu sein, neue positive lebenspraktische Verhaltensweisen zu erlernen. 

Innerhalb der koedukativen Wohngruppe von insgesamt neun Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 21 Jahren können diese durch soziale Lernerfahrungen verfolgen, wie sie ihre positive Eigenschaften, Stärken und Ressourcen entdecken und umsetzen können. Alle Jugendlichen erhalten entwicklungsentsprechende Unterstützung und haben im Bezugsbetreuer*innensystem direkte Ansprechpartner*innen, mit dem/der sie bisherige Probleme verarbeiten und neue Ziele setzen und bearbeiten können. 

Ein strukturierter und geregelter Tagesablauf mit zum Teil gemeinsam erarbeiteten Haus- und Gruppenregeln vermittelt den Jugendlichen das Gefühl von Kontinuität, Sicherheit und Verlässlichkeit. Wichtige Elemente hierbei sind u.a. eine gegliederte Tagesstruktur, regelmäßiger Schulbesuch (bzw. das Praktikum oder die Berufsausbildung), das Erledigen der Hausaufgaben, eine verantwortliche Umsetzung gruppeninterner Aufgaben, eine sinnvolle Freizeitgestaltung, wöchentlich begleitete Gruppengespräche, regelmäßige Gespräche mit Bezugsbetreuenden zur Erarbeitung und Umsetzung selbstgesetzter positiver Ziele. 

Die Kinder und Jugendlichen können im täglich begleiteten Miteinander sozialemotionale-, individuelle und lebenspraktische Kompetenzen erwerben, diese einüben und dabei Selbsterfahrung sammeln. Sie werden unterstützt bei der Überwindung von Krisen und der Lösung von Problemen und bekommen Hilfestellung zur Konfliktbewältigung bei angemessener Konfliktaustragung. 

Die sozialpädagogische Begleitung und die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten hinsichtlich emotionaler und sozialer Defizite sowie die Stärkung der eigenen Ressourcen erfolgen in Einzelgesprächen. Bringen Kinder und Jugendliche schulische Probleme mit, werden diese mit Unterstützung durch regelmäßige Lernzeiten gemeinsam bearbeitet. Die pädagogischen Mitarbeiter*innen stehen im ständigen Austausch mit verschiedenen Schulen. Individuelle Förder- und Freizeitangebote (schulische Unterstützung, Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche, Sport- und Erlebnispädagogik, Kajak, Klettern, heilpädagogisches Reiten, kunstpädagogische und andere Projekte…) 

Brauchen die Kinder und Jugendlichen Hilfe, sich für ihren beruflichen Weg zu entscheiden, erfahren sie auch hier Hilfestellung durch die päd. Mitarbeiter*innen auf ihrem Weg. 

Die Herkunftsfamilien und weitere wichtige Personen eines Kindes/Jugendlichen werden selbstverständlich nach Absprache einbezogen, so dass Team und Familie „Partner“ sind. Außergewöhnliche familiäre Herausforderungen benötigen einen ungewohnten lösungsorientierten Handlungsrahmen. Ziel des Kindes oder Jugendlichen kann die Rückführung in das familiäre Umfeld sein. 

Jugendliche können auch darauf hinarbeiten, in die Gruppe zur Verselbstständigung (ab 17J.) ziehen zu können. In Hilfeplangesprächen nach SGBVIII § 36 werden Wünsche und Aufträge besprochen und vereinbarte Ziele gemeinsam mit dem Kind/der/m Jugendlichen verfolgt. 

Ist ein*e Jugendliche*r in der Lage, sich selbstständig zu versorgen und strebt eine eigene Wohnung an, kann er/sie auch bei diesem Lebensschritt durch Fachleistungsstunden begleitet werden. 

 

Unser Angebot

Geschlechtsgemischte Wohngruppe für 9 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 21 Jahren der allgemeinen stationären Jugendhilfe nach SGB VIII §§ 27, 34, 35a und 41 . Für jeden betreuten jungen Menschen halten wir ein Einzelzimmer vor. 

Das Gebäude verfügt über drei Etagen und einen Keller. Im Erdgeschoss des Hauses befinden sich eine große Gemeinschaftsküche, ein gemeinsamer Essbereich und ein gut nutzbarer großer Multifunktionsraum sowie ein Einzelzimmer. Außerdem befinden sich Toilettenanlagen im Erdgeschoss. Eine eigene Personaltoilette steht zur Verfügung. 

Im ersten Stock befinden sich 5 Zimmer und ein Bad mit Toilette, Dusche/Wanne. Im zweiten Stock sind nochmal vier unterschiedlich große Wohnräume und ein Bad mit Toilette und Dusche vorhanden. Im ersten Obergeschoß befindet sich ein Nachtbereitschaftszimmer für die pädagogischen Betreuungskräfte. Im ersten Stock gibt es außerdem eine große, überdachte Terrasse. 

Das gesamte Haus wurde im Rahmen des Neubezugs 2016 neu eingerichtet und teilweise renoviert. Insgesamt verfügt das Haus über rund 240 Quadratmeter. Hinter dem Haus befindet sich ein großer Innenhof mit Parkmöglichkeiten für Autos und Fahrräder. Zudem gibt es hinter den zugehörigen Garagen eine Rasenfläche, die von den Kindern und Jugendlichen als Spielfläche genutzt werden kann. 

 

Das Personal

In der Wohngruppe arbeiten wir mit einem Betreuungsschlüssel von 1:1,7. Das Gesamtteam setzt sich aus multiprofessionellen sozialpädagogischen Fachkräften zusammen. Voraussetzung zur Einstellung ist ein erweitertes Führungszeugnis eines jeden Mitarbeitenden. 

Die Mitarbeiter*innen der Einrichtung erfüllen das Fachkräftegebot nach § 72 KJHG und arbeiten in der vorgegebenen Struktur in hoher selbständiger Verantwortung und gestalten aktiv die Arbeit in den Wohngruppen. In den wöchentlichen Teambesprechungen, den regelmäßigen Supervisionen sowie in der Fort-und Weiterbildung entwickeln die Fachkräfte die Qualität der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen kontinuierlich weiter. 

Folgende Berufsgruppen sind in den Teams vertreten: staatl. anerk. Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen (Diplom, Bachelor, Master), Sozialarbeiter*Innen (Diplom, Bachelor, Master), Dipl. Pädagog*innen, Erziehungswissenschaftler*innen (Bachelor, Master) 

Zusatzqualifikationen: Systemische Beratung, Traumapädagogik, Erlebnispädagogik, Verhaltenstherapeutische Padagogik, Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Training

Ansprechpartnerin 

K. Dujardin 
Leitung Familie, Jugend und Migration
Elisabethstr. 7 
32545 Bad Oeynhausen 
Tel. 05731 2523-86 
Fax 05731 2523-79 
k.dujardin@diakonie-vlotho.de 

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